Der Mythos

Jede Kultur hat ihre eige­nen Mythen. So unter­schiedlich wie diese sind, sind sie doch alle nach einem einheit­lichen Bau­plan verfasst. In vielen Geschichten und Erzäh­lungen folgen die Heldinnen und Helden ihrem Weg entlang einer inneren Land­karte durch die Stationen ihres Abenteuers.

Es war das Verdienst des Mythenforschers Joseph Campbell, diese Struktur herauszuarbeiten. Mit seiner Entdeckung wurde gleichzeitig deutlich, dass die Heldenreise mit ihren Stationen beschreibt, wie wir Menschen uns entwickeln und wie Veränderung geschieht.

Die Mythen der Welt erfüllen daher eine wichtige Funktion: Sie erzählen uns, wie wir uns als Menschen entwickeln; wie wir aus Engpässen und Krisen gestärkt hervorgehen, über Widerstände und Beschränkungen hinauswachsen und schließlich durch unsere Entwicklung zum Wohle anderer beitragen können.

Beispiele finden sich nicht nur in grauer Vorzeit. Denn seit Campbells Entdeckung ist die Landkarte der Heldenreise zum unverzichtbaren, bewusst eingesetzten Gestaltungsmittel geworden, das im Hintergrund von Blockbustern ebenso wirkt wie in den Erzählungen unserer Zeit.

paul rebillot (1931-2010), ein amerikanischer Gestalttherapeut, Schauspieler und Dramaturg, griff diese Gedanken auf und ergänzte sie durch einen psychologischen Aspekt: Die Erzählungen beschreiben den Weg des Helden nicht nur in der äußeren Welt, sondern sie geben auch Einblick in seine Psyche.

Der Held, die Heldin – das bist du. Deinen Ruf nimmst du innerlich wahr, und die unbekannten Länder, die du bereist, liegen in deiner Seele. Auch dein Widerstand ist innen, und du musst dich mit ihm konfrontieren, um Zugang zu deinem inneren Reichtum zu erhalten. Aufbauend auf den Erkenntnissen seines Freundes Joseph Campbell schuf Rebillot einen Workshop, dem er das Drehbuch der Heldenreise zugrunde legte.

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